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Nachtrag zu einem Kommentar im Turmsegler

In einer laufenden Diskussion im Turmsegler
kam es zu folgender Aussage, die ich hier nocheinmal aufwerfen möchte:

Anders gesprochen: Ich bin misstrauisch, wenn ein Gedicht den notwendigen Klang nicht in mir anschlägt, wenn es also den Klang, die passende Tonlage von einem Vorleser nehmen muss.


Der da so sprach, war Benjamin Stein.
Anzumerken habe ich folgendes:

Die Lyrik ist in ihrer besten Form der Musik verwandt, nicht allein kommt sie aus ihrem Schoss und bediente sich im Laufe der Zeit etwas ferner dem Vortrag, denn ein Gedicht m u s s vorgetragen werden, wird es das nicht, bleibt es ein Schriftstück wie es auch die Noten eines Komponisten bleiben. Aber ja ensteht auch beim Lesen der Noten, liest diese der Kenner, Musik, wie sie intendiert wird. Wer aber würde nicht die Violine einer Anne Sophie Mutter lieber hören als das Inlett seines Kopfes?

Ich schreibe nun Gedichte, die hauptsächlich für meine Interpretation gedacht sind, schreibe sie so (weil ich auch weiss, dass schlecht gelesen wird) wie ein Komponist für einen Virtuosen schreibt, der das Komponierte erst in seine Vollendung hinein bewegt.

Nun hatte des Ouroboros Stratum für die Rezipienten tatsächliche Fallen und Schwierigkeiten zu bieten - und das lässt mich Benjamins Aussage wiederum verstehen. Ich sage nicht, dass höchste Kunstfertigkeit immer und stets komplex vorliegen muss und auch hier entspricht es in den meisten Fällen dem Gusto. Auch ein Theaterstück lässt sich gut lesen, aber nicht zum Leben erwecken, gleichsam der Lyrik.

Virtuosität wird in unserer hochkarätig oberflächlichen Welt mehr verpönt als zu jeder anderen Zeit. Jemand ist verdächtig, wenn er die Masse verlässt. Nun mag ich sagen: verdächtigt mich für alles, ihr dürft jede Schuld in meinen süssen Arsch hineinschieben, da lässt sie sich gut aus.

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