kontraband
Wenn ich mit meiner Vermutung, wonach Engel sprachliche Wesen seien, richtig liege, muss ich daraus folgern, dass es die Sprache ist, die uns den Weg zurück ins Paradies versperrt.
"Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens." Genesis 3,24
Im Zustand der Sprachlosigkeit, wenn kein Wort mehr uns etwas anhaben kann, schreiten wir unversehrt an den Cherubim vorbei.
Markus A. Hediger - 21. Mrz, 07:25
Wer Geist vom Körper trennt, sucht die Bedeutungslosigkeit.
Der Körper aber sucht die Sprachlosigkeit.
(Ist es nicht grandios, wie Exstase einem die Sprache verschlägt?)
Markus A. Hediger - 10. Mrz, 06:54
Der Sprache die Erde wiedergeben.
Aufhören, vom Göttlichen zu reden, heisst das. Gott, der Entkörperte, hat der Welt nichts zu sagen. Das Verkörperte, der befleischte Gott, ist ein Trugschluss, eine verheerende Folgerung aus der Abspaltung des Geistes vom Körper.
ALLES hat seinen Ursprung im Körper.
Eine Sprache suchen also, die nicht im Geist ihren Ursprung sieht, sondern im Fleisch.
Markus A. Hediger - 28. Feb, 18:09
Die jüngsten Entrüstungen und Aufschreie über Entscheide und Urteile der katholischen Kirche haben diese kaum beeindruckt. Kritik an den Auswirkungen der christlichen Lehre und Predigt verfehlt das Ziel. Das Erlauben von Kondomen löst - aus der Perspektive der Kirche - das Problem nicht. Das Problem heisst nicht HIV oder Aids, sondern Vielweiberei. Die Lösung für das Problem der Vielweiberei heisst Enthaltsamkeit.
Was die Kirche trifft und aufheulen lässt, ist, wenn an die Reinheit der Lehre gerührt wird. Man wage es, an die Geschichte zu rühren, die dem Christentum zugrunde liegt, und mache sich gefasst auf die erbarmungsloseste Verfolgung. Weltliche Kritik beeindruckt die Kirche nicht. Aber wehe dem, der sich der Häresie schuldig macht.
Wer wirkungsvoll Kritik an der Kirche üben will, der bediene sich der Fiktion.
Markus A. Hediger - 24. Feb, 08:46
Jede Heilige Schrift ist Dichtung. Schliesslich ist's die Dichtung, durch welche die Schrift geheiligt wird.
(Interessant wäre - als Antithese - eine Geschichte über einen miserabel geschriebenen Text, der seinen Anhängern als göttliche Offenbarung dient. Eine Studie über die Art und Weise, wie diese Anhänger beschaffen sein müssten.)
((Dieser sehr schlecht geschriebene Text beschreibt Sexualpraktiken. Sie sind aber so schlecht beschrieben, dass ein bitterer Disput über die korrekte Auslegung und Ausübung unter den Jüngern ausbricht.))
(((Ist's der poetische Gehalt, der eine Schrift heiligt - ihr Wert zeigt sich erst in den Verwirklichungen, die sie bewirkt. Das Wort drängt zur Tat. Im Fleisch erst wird es wahr. Es stellt sich also die Frage, ob ein nicht korrekt ausgeführter Geschlechtsakt als Teufelswerk zu gelten hat.)))
Markus A. Hediger - 22. Feb, 16:40